„Geh trainieren, wir fahr’n TRANSALP!“
Was als neckischer Witz gemeint war, wird jetzt Realität – aber bekanntlich sind die verrückten Einfälle eh die Besten.
Daniel Widera (23) hat sich schon dreimal der CRAFT Bike TRANSALP Challenge gestellt und dabei Top 30 Platzierungen in der Gesamtwertung eingefahren. Dieses Jahr geht es zusammen mit Naima Diesner (22) in der Mixed-Wertung in den über 8 Tage ausgetragenen Wettkampf, der mit 613 Kilometern und über 20.500 Höhenmetern als das härteste Mountainbike Etappenrennen der Welt gilt. 2006 hat Daniel die Transalp das erste Mal mit seinem Vater als Teampartner bestritten, seitdem ist er für das Team Velo-Sport Göttingen aktiv. Naima ist erst seit 2011 im Radsportgeschehen unterwegs und fuhr in der vergangenen Rennradsaison als Rookie auf Platz 7 der Gesamtwertung des German Cycling Cups (GCC) 2011 (3. AK).
Mit Daniel als Verstärkung ging es für Naima am verregneten Ostermontag zum Auftakt des GCC 2012 nach Köln. Auf der 127 Kilometer langen Strecke konnte sie einen überraschenden 2. Platz in der Gesamtwertung herausfahren. Auch beim 2. Rennen des GCC, der heimischen Tour d’Energie, zeigten die beiden Göttinger eine gute Form: Daniel rollte in einer Zeit von 2h 37min mit der Spitzengruppe ins Ziel und belegte Platz 44 (20. AK), Naima sicherte sich den Altersklassensieg und festigte Platz 2 im Gesamtklassement des GCC und der deutschen Meisterschaft der Jedermänner und -frauen.
Nun sattelt auch Naima auf’s Mountainbike um!
Erst wenn die Höhenmeteranzeige nach oben schnellt und Trails technisch anspruchsvoll werden, fühlt sich Daniel wohl. Er hat schon zahlreiche Mountainbike- Rennen in den Beinen und zum Saisoneinstand beim Kyffhäuser Berglauf den 3. Platz erkämpft. Ganz anders sieht es bei Naima aus: Im Februar diesen Jahres ging es erstmals auf’s Mountainbike, um im Vierer Team mit ihren Vereinskollegen vom Tuspo Weende bei der deutschen 12 Stunden Indoor-Meisterschaft zu starten. Mit dem Titel in der (Trikot-)Tasche geht es jetzt endlich „richtig“ über Stock und Stein.
Im 2er-Team werden wir die Transalp von Oberammergau (Bayern) über die Alpen bis nach Riva del Garda in Angriff nehmen; und weil echte Finisher der Transalp das Rennen mit über 400 anderen Radsportbegeisterten auf engstem Raum im Camp verbringen, tauschen wir komfortable Hotelbetten mit Doppelkernmatratze gegen Isomatte und Schlafsack – Immunität gegen Lärm und Körpergerüche sind hier durchaus von Vorteil. Über 40 Stunden gemeinsame Fahrzeit, immer müder und schwerer werdende Beine, die Qual des frühen Aufstehens, das Bangen um gutes Wetter, die Zeit vor und nach den Etappen, der tägliche Kampf um die letzten Tropfen warmes Duschwasser oder die besten Schlafplätze – all das wird uns nicht nur sportlich, sondern auch menschlich an den Rand unserer Kräfte treiben, wie es sich für eine echte Challenge eben gehört.